Name: Mornhard "Morn" Owel
Geschlecht: männlich
Alter: 27
Rasse: Mensch
Aussehen: Etwa 1,80 groß, durchtrainiert; wirkt aber nicht außerordentlich muskulös; blauschwarzes kurzrasiertes Haar;
Zahllose Narben zeichnen Mornhards Körper, die von seiner Kampferfahrung zeugen und von den zahllosen Schmerzen, die er bereits erleiden musste.
Waffen: Bronzebeschlagene Armbrust der "Karzer Jäger"; Degen der "Karzer Jäger"
Geschichte:
Die Karzer Blutnacht
Karz war einst eine blühende Stadt, Handel und Handwerk waren die Säulen ihres Reichtums. Da die obersten Handelsherren von Karz der Meinung waren, Kriege würde man in Zukunft nicht mehr mit dem Schwert auf dem Schlachtfeld führen, sondern mit Säcken voll Gold und geschicktem Verhandeln, verzichtete man auf eine eigene Armee.
Lediglich eine kleine Truppe Söldner wurde angeheuert, die darauf achten sollten, dass niemand etwas zollfrei in die Stadt schmuggelte.
Eines verschneiten Wintertages wurde dies den Karzern zum Verhängnis. Der Schnee vor den Toren glitzerte fast magisch im Licht
des Vollmondes, während der kalte Wind sein ewiges trauriges Lied sang. Die Zeit schien still zu stehen in dieser Nacht und man hätte meinen können, dass nichts diese Ruhe hätte stören können.
Doch dann kamen sie. Fast lautlos stapften sie durch den Schnee. Ihr leises Knurren oder Schnauben war im Wind nicht zu vernehmen. Die wenigen wachhabenden Söldner hielten sie zuerst für ein Rudel Wölfe. Als sie die Kreaturen erkannten, war es bereits zu spät, so dass sich kein Laut mehr aus ihren zerfetzten Kehlen lösen konnte.
Was man bisher in der Gegend um Karz nur für eine Legende gehalten hatte entsprach doch der Wirklichkeit. Die Wolfsmenschen oder Werwölfe waren keine schaurigen Märchengestalten mehr. Es gab sie wirklich und in den Trümmern des einst so reichen Karz fand man eindeutige Beweise: Zwischen den ungefähr vierhundert zerfleischten Bewohnern, die häufig noch in ihren Betten lagen, fand man die Kadaver von zwölf jener Bestien, gespickt mit silbernen Armbrustbolzen.
Als die Bewohner der umliegenden Dörfer begannen die Leichen der Karzer zu verbrennen und die Trümmer nach brauchbaren Sachen durchwühlten, kam ein Trupp bewaffneter aus dem nahen Wald. Alle trugen Armbrüste und Degen.
Ein großer, breitschultriger Haudegen trat aus der Gruppe der Bewaffneten zu den Dörflern. Ein kurz geschnittener roter Bart umrahmte seinen breiten Kiefer, den Schädel hatte er sich kahl geschoren.
"Menschen des Karzer Landes!" begann er mit fremdländischen Akzent "Mein Name ist Kormel Harath. Vor zwei Monden kam ich in das Städtchen Karz und warnte die hohen Handelsherren vor den Wolfen. Sie lachten mich aus, verspotteten mich und vertrieben mich aus ihren marmornen Häusern. Nun schaut sie euch an! Ihre herrlichen Wandteppiche, ihre fein geschnitzten Sessel, die erlesenen Kleider ihrer zahlreichen Weiber! An allem klebt nun ihr Blut! Weil sie dahin gerissen wurden! Zerfetzt von den Bestien, über die sie lachten! Ich habe trotz allem versucht sie zu retten! Ich hab einige Leute zusammengerufen und sie ausgerüstet mit Armbrust, Silberbolzen und Silberdegen, dem einzigen was den Bestien schaden kann! Und sie, diese letzten Karzer Bürger", dabei deutete er auf die Bewaffneten hinter sich, die bei näherer Betrachtung abgekämpft und verzweifelt dreinblickten, "sie haben gefochten bis zu letzt, bis die Bestien sich zurückzogen. Wir verfolgten sie in den Wald und konnten noch zwei von ihnen erlegen, doch während dessen hielten sich wohl noch ein paar in der Stadt auf. So scheint es, als wäre unser Kampf umsonst gewesen. Und vielleicht war er es hier auch! Doch diese Biester sind zahlreich und es gibt noch viele andere Orte, die ebenso ahnungslos sind wie Karz es war. Diese Leute, die letzten Karzer, haben beschlossen mit mir zu ziehen, den Kampf aufzunehmen, die Bestien zu hetzten und zu erlegen. Die gnadenlosen Jäger zu jagen. So seid Zeugen, als am Tag nach der Karzer Blutnacht, die Truppe der 'Karzer Jäger' gegründet wird, mit dem Ziel Rache zu nehmen an den Wölfen, Rache für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind, das vergangene Nacht von den Bestien gerissen wurde." er machte ein kurze Pause und blickte in die Gesichter der Dörfler "Ich sehe es in euren Augen blitzen! Wut erfüllt euch! Gerechter Zorn auf diese Ausgeburten des Dunklen! So unterbreite ich euch folgendes Angebot: Jeder der gewillt ist sich unserer Sache anzuschließen, soll dies tun! Nutzt euren Zorn, um andererorts brave Menschen und unschuldige Kinder vor den Klauen der Bestien zu schützen! Werdet ein Karzer Jäger!"
Und so schlossen sich am gleichen Tag noch viele junge Männer und Frauen Kormel Harath und den Karzer Jägern an.
Mornhard
Überall Schreie und Wehklagen. Doch im Brüllen, Knurren und Fauchen der Bestien, wurden die Schreie der Opfer zu einem leisen Nebengeräusch im Hintergrund. Mornhard rannte kreuz und quer über die mit Schneematsch bedeckte Straße. Überall lagen aus den Angeln gerissene Türen, gesplittertes Fensterglas und allerlei andere Trümmer, die beim Sturm der Bestien auf die ahnungslosen Karzer entstanden. Im Augenwinkel sah er wie die Bestien in den kleinen Häusern wüteten. Überall Schreie und Fauchen. Mornhard strauchelte und hätte sich fast übergeben, als ihm ein blutiger abgerissener Arm in den Weg fiel.
Trotz allem rannte er weiter. Fast am Ende seiner Kräfte erreichte er endlich das kleine Haus mit dem wohlgepflegten Kräutergarten davor. Nirgends entdeckte er irgendwelche Zerstörungen, Hoffnung keimte in ihm. Atemlos riss er die Türe auf. Und halb vom Mondlicht beschienen sah er sie: Sayna. Ein liebevolles Lächeln lag auf ihren Lippen, sie war so schön wie immer.
Mornhard lachte erleichtert auf und wollte sie in die Arme schließen, als ihr eine Träne aus dem Auge lief. Eine schwarze Träne und noch ehe Mornhard begriff, dass es Blut war kippte seine Geliebte nach vorne. Es entstand ein hässliches schmatzendes Geräusch, das Mornhard nie vergessen würde, als sich die Klauenhand aus ihrem Hinterkopf löste, die die Bestie mit brachialer Gewalt in sie geschlagen haben musste. Ein bedrohliches Knurren ertönte und das Untier trat in Mondlicht, bereit sich sein nächstes Opfer zu schlagen. Während die Bestie sprang, griff sich Mornhrad das nächstbeste, einen Schürhaken, und schlug im weiten Bogen mit aller Kraft zu. Ein hässliches Krachen erklang. Die Bestie taumelte einige Schritte zurück und Mornhard erkannte ihren Unterkiefer, der in unatürlichen Winkel abstand. Doch in ihrem Blutrausch ging die Bestie erneut zum Angriff über. Kurz bevor sie Mornhrad erreichte flog krachend die Tür auf. Tschok - tschok - tschok. Mit einem letzten Knurren brach der Werwolf zusammen, als drei silbrig glänzende Armbrustbolzen in seiner Brust steckten.
Ein großer kräftiger Mann mit Glatzkopf und feuerrotem Bart ging ohne Mornhard zu beachten auf das tote Untier zu und zog die drei Bolzen aus der mächtigen Brust, um sie in einer Ledertasche an seinem Gurt zu verstauen. Bei ihm waren zwei junge Männer aus Karz, die Mornhard vom sehen kannte. Auch sie trugen Armbrüste und blickte mitleidig auf die Leiche der schönen Sayna.
Nun trat der Glatzkopf zu dem am Boden kauernden Mornhard und legte ihm väterlich die Hand auf die Schulter.
Mornhard blickte aus seinen tränengetränkten Augen zu ihm auf.
"Junge, morgen ist Zeit zum trauern, wenn es ein Morgen gibt. Doch diese Nacht gibt es noch einiges zu erledigen, bevor wir uns den Luxus von Trauer leisten können!", sprach er und reichte Mornhard eine Armbrust von seinem Rücken, zusammen mit einem Bündel Silberbolzen.
Mornhard erhob sich und erfüllt von gerechtem Zorn trat er in die kühle Nacht hinaus.
In dieser Nacht wurde aus Mornhard Owel, dem Schmiedegesellen, ein Rächer. Gnadenlos, getrieben vom Hass aufd ie Bestien, die ihm das Liebste nahmen. Und er wurde zum Jäger, zu einem der Karzer Jäger.
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